Zeremonie für dich: die Kraft des Webens

Spinnen / Weben heißt Fasern zusammenbringen - einen wirklichen Faden erzeugen oder ein Gewebe herstellen wie zum Beispiel ein Tuch oder einen Teppich. Dabei laufen viele Fäden zusammen und ergeben am Ende ein vollständiges Bild oder den gewünschten Faden.

Wir können eine alte Tradition sinnbildlich nutzen, um Fäden aus der Anderswelt mit Fäden aus der Alltagswelt zu verbinden und dabei das, was uns wichtig ist, in die Welt zu bringen. Wir können mit einer kleinen und doch kraftvollenZeremonie den Alltag aktiv mit Spiritualität durchdringen und so mitten an diesem Tag das Heilige erfahrbar machen.

Spinnen / Weben bedeutet auch, Ordnung in die losen Fäden zu bringen, sie zu einem erkennbaren Muster anzuordnen. Die Kunst ist es, dabei nicht starr zu werden, sondern einen weichen, beweglichen Stoff zu erzeugen. Er behält so seine Flexibilität und doch bringt dies Chaos und Ordnung ins Gleichgewicht.

Früher lebten die Menschen in Gehöften mit einer Einfriedung aus einer Hecke rund um den Garten herum und man kannte für die magische Frau oder Hexe den Begriff Hagezusse. Es bedeutete, dass sie mit einem Bein im Hag stand (außerhalb des eingefriedeten Gebiets, jenseits des Zauns, im Wilden) und mit einem Bein in ihrem eingefriedeten Heim. Sie war so die Zaunreiterin, Mittlerin zwischen den Welten, zwischen Ordnung im Inneren und Chaos im Äußeren. Die Magie jener Tage und das Wissen solcher Hagezussen laden wir heute mit ein.

 

Die Zeremonie

Verbinde dich gern mit einem Gebet oder Wunsch mit all diesen weisen magischen Zaunreiterinnen vor dir und bitte um die Stärkung deiner Intuition, wenn du magst.

Nimm dir einen kleinen Stock von draußen (jetzt im Herbst wirst du einiges finden) und 2 Baumwollfäden (möglichst ohne Plastikanteile).

Knote den Anfang der beiden Fäden oben an den Stock.

Nun halte den ersten Faden und lasse über Daumen und Zeigefinger in ihn hineinströmen, was in dir gerade chaotisch, haltlos, verzweifelt - in irgendeiner Form deines Empfindens nach „nicht in Ordnung“ ist und wobei du dir Halt oder eine Veränderung wünschen würdest. Gerade jetzt zum Skorpion Mond nutze die Unterstützung der Sternenkonstellationen und tauche tief in dich selbst ein. In deine tiefsten Wünsche und vielleicht auch die tiefste Scham, hinter der du dich so sehr danach sehnst, dich und deine Leidenschaft, deine Träume voll zu leben.

Wenn du spürst, es ist genug geflossen, nimm den anderen Faden zwischen deine Finger und ströme all deine persönliche Kraft hinein (selbst, wenn du dich derzeit kraftlos fühlen solltest - erinnere dich an deinen strahlenden unverletzlichen Kern, der stets gegenwärtig ist!) und gib all das in den Faden hinein, was dich ausmacht, wenn du dein volles Potential anzapfst, deine Wahrheit lebst und dein Licht strahlen lässt.

Wenn dir danach ist und das Strömen über die Finger allein für dich nicht stimmig ist, puste deinen Atem mit hinein und übertrage mit 3 tiefen Atemzügen alles, was dir dazu kommt. Gern kannst du auch deinen Speichel als magisches Bindemittel nutzen (es sieht dich ja keiner ;-) ) Schamanische Kraftgegenstände wurden seit jeher auch mit Tränen, Schweiß, Speichel oder gar Blut „informiert“ und mit der eigenen Kraft versehen.

Wenn alles soweit ist, beginne auf deine ureigene Weise, die Fäden zu zwirbeln, zusammenbringen, was zusammengehört - sie zu verweben. Spürein den verschiedenen Bereichen deines Lebens folgenden Fragen nach:


Wo muss Ordnung ins Chaos gebracht werden?

Wo ist die Ordnung zu starr und muss aufgeweicht werden?

Wo muss mehr Lebendigkeit eingebracht werden?

Was ist mein Kern? Was macht mich aus?

Webe hier gern all die Themen mit ein, die Luisa Carla Hartmann in ihrer wundervollen astrologischen Auswertung mit uns allen teilt und all die Gefühle, die dieser tiefgehende Text in dir ausgelöst hast. Lass dich leiten - das, was davon für dich gerade wichtig ist, ist das Wichtigste für dein Ritual.

Ihre heutige Auswertung zum Skorpion Neumond findest du HIER.

Lass hier deine Erkenntnisse, Gedanken und Gefühle kommen und gehen, verwebe sie sanft mit hinein, flechte, zwirbele, drehe - du kannst nichts falsch machen. Du webst dein wildes, freies Leben und dort, wo Ordnung oder Fügung gebraucht wird, darf diese hineingewebt werden… Sei frei, spiele damit.

Wann immer es stimmig ist, wickele deinen gezwirbelten Faden immer wieder und wieder um den Stock (so sieht es irgendwann wie eine kleine Spindel aus). Und dann begibt dich auf einen bunten Herbstspaziergang und lass dich von einem Baum finden, dem du dein Gewebtes anvertrauen darfst.

Hänge deine Spindel dort in die tragenden Äste eines grünen Freundes und vertraue sie sowohl dem Baum als auch dem Wind an - ähnlich wie eine Gebetsfahne.

Vertraue. Du hast dich ins Netz des Lebens hineingewebt und deine Wünsche werden genau dorthin wehen, wo sie Unterstützung erfahren.

Jennie Appel
@sacredsouljourney (Instagram)
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