Die 3 Bethen - heilige dreifaltige Weiblichkeit

Seit ungefähr 1000 Jahren gibt es im alpenländischen Raum die "3 Bethen" oder "3 Heilign Madln" Katharina, Margarethe und Barbara. (ca. im 9. Jahrundert wurde aus dieser Frauen-Dreifaltigkeit Kaspar, Melchior und Balthasar...die uns alle als die Heiligen 3 Könige bekannt sind). Wenn nun wieder die Sternensinger durch die Dörfer ziehen und diese 3 Buchstaben über deine Tür schreiben, ist es vielleicht spannend, dies zu wissen. (Möglicherweise wird auch die spätere Umdeutung C+M+B geschrieben, die Christ Mansionem Benedictat - "Christ schützt dieses Haus" - bedeutet.)

 

Der Wandel durch die christliche Kirche

 

Als die christliche Kirche begonnen hat, die 3 verehrten Frauen umzuwandeln, die einst Wilbeth, Ambeth und Borbeth hießen (auch bekannt als Ainpet/Ainbeth, Gberpet/Gwerbeth und Firpet/Firbeth) und sozusagen im keltisch-alpenländischen Raum das repräsentieren, was bei den Germanen die Nornen, bei den Römern die Parzen und bei den Griechen die Moiren waren, handelte es sich um 3 Schicksalsgöttinnen mit unterschiedlichen Aufgaben. Der erste namentliche Umwandlungsversuch der 3 Bethen führte zu den christlichen Nothelferinnen Heilige Fides, Heilige Caritas, Heilige Spes (bekannt als Glaube, Liebe, Hoffnung),  ging dann in Katharina, Margarethe und Barbara über und wurde schließlich mit den Heiligen 3 Königen männlich umgedeutet.

Es heißt, dass die 3 Bethen (die auch immer wieder einmal die 3 Perchten genannt werden) am 5. und 6. Januar zum Ende der Rauhnächte übers Land ziehen (die Tradition der Bethen-Umzüge oder Perchten-Läufe) und dass danach schlussendlich das neue Jahr beginnt und die Zwischenzeit vorüber ist.

 

Die 3 keltischen Urgöttinnen und ihre Kraft

 

Diese Urgöttinnen gelten als Erdmutter, Mondmutter und Sonnenmutter und wurden von unseren Vorfahren angerufen, um Fruchtbarkeit, eine gute Ernte oder Hilfe und Beistand bei Geburt, Krankheit und Tod zu erbitten. Der Glaube an sie war so tief verankert, dass die Kirche sie nicht einfach sang- und klanglos verschweigen konnte und sie daher nach und nach umwandelte. Die dreifaltige Göttin, die sich als Jungfrau und Wachstum in weiß zeigt, als Mutter und Fruchtbarkeit in rot und als weise Alte und Reife/Ernte/Lebensende in schwarz, kennen viele und sie ist uns glücklicherweise bis heute erhalten geblieben. Auch wenn die Namen sich wandelten, so geht es hier doch stets um den Kreislauf von Geburt, Leben und Tod (und Wiedergeburt).

Laut einer Überlieferung behüten die 3 Bethen die nach ihnen benannte Heilquelle im Mühltal bei Leutstetten (nahe München) und einer der dortigen Ortsnamen (Einbet) zeugt weiterhin davon. Sie galten als heilkundige Frauen und so legte man dort Gaben für sie nieder und hielt Zwiesprache mit ihnen bzw. sprach seine Fürbitte. Vielleicht kennt ihr sie auch unter dem Namen "die saligen Frauen" als Kinder- und Schicksalsfrauen. Salig bedeutet "Heil bringend" und stammt aus dem Keltischen.

 

Große Erdmutter Beth - Etymologie und Ritualbräuche

 

Die Silbe "-beth", die in allen 3 Namen enthalten ist, ist nicht zufällig etymologisch verwandt mit Bett, Beet, beten und bitten... Über die Fürbitten oder Gebete an die 3 heilbringen Frauen hast du gerade gehört und urspünglich bedeutete beten/bitten, "die Göttin anzurufen".  Noch heute kannst du deine Gebete an sie richten und ihnen Gaben darbieten - und dich dabei an die Große Göttin oder eine der drei im speziellen wenden. Das keltische "bet" (immerwährend, ewig) beschreibt das ewige Leben und ist letztlich der Name für die Große Erdmutter. Als die Menschen sich noch zum Schlafen auf die Erde niederlegten und keine kuscheligen Betten hatten, wie wir heutzutage, "betteten" sie sich auf Mutter Erde und lagen geborgen in ihrem Schoß.

In vielen Ritualen, die bis heute ganz lebendig erhalten geblieben sind, werden Intentionen und Wünsche mit Samen in die Erde gepflanzt, und darin spiegelt sich noch immer, dass unsere Ahnen wussten, dass sie in Mutter Erdes Schoß sicher gehalten waren und somit auch alle anderen wichtigen Anliegen dort gut aufgehoben sind. Selbst, wenn du keine Rituale feierst, so weißt du, dass alles, was du pflanzt, in der Erde - in einem Beet - gut gedeiht.

Vielleicht wird dir all dieses alte Wissen wieder einfallen, wenn du im Frühjahr deinen Garten, ein Beet oder auch nur den Blumenkasten am Balkon neu bepflanzt. Dann kannst du einfach deine Wünsche für unsere Welt mit hineingeben - es kann ja nichts schaden...!

 

Entspanntes Ritual für dich

 

Wenn du einen Garten hast, eine nahe Wiese oder einen für dich stimmigen geschützten Ort in der Natur kennst, den du hierfür nutzen kannst, wäre dies am besten für den innigen Kontakt. Ansonsten kannst du dich auch in deiner Wohnung auf den Fußboden legen (was bei Holzdielen und ähnlichen Naturmaterialien am besten wäre).

Nimm dir einen Moment, um dich einzustimmen.

Auf unsere Mutter Erde und all ihre Wesen.

Auf den großen ewigen Kreislauf, von dem du ein Teil bist.

Auf dich und deinen Platz in diesem Gesamtgefüge.

Bette dich auf die Erde.

Gerade im Herbst und Winter kann sie einen mit ihrer Wärme überraschen - probiere es einfach mal aus. Natürlich kannst du auch eine Decke unterlegen.

Nimm Verbindung auf und spüre deinen Körper ganz nah am großen Körper der Erdmutter.

Spüre deinem Herzschlag nach und lausche auf jenen der Mutter Erde... vielleicht kannst du nach einer Zeit wahrnehmen, wie sie sich ineinander verweben und im Gleichklang schlagen. Das große Herz und dein großes Herz.

Verbinde dich tief mit dem Urweiblichen und all seiner Kraft. (dies geht selbstverständlich auch als Mann)

 

(in deiner Wohnung kannst du dich hier vorab durch all die Schichten, die sie vom Erdboden trennen - je nachdem in welchem Stock du wohnst - hindurchvisualisieren oder hindurchspüren und dich immer tiefer einsinken lassen, ganz entspannt, tiefer und tiefer...)

 

Ich habe das große Glück, dass ich mich heute zusätzlich zur Erd-Zeit im Garten, gleich unter meine Muttertrommel betten kann. Hier liege ich unter den Mistelzweigen und spüre jeder Schwingung nach, wie die Muttertrommel sich mit dem Herzschlag der Erde verbindet und mich gleichermaßen in ihrer Zärtlichkeit sowie Stärke hält und durchwirkt. Ein ganz besonderer Kuss unter dem Mistelzweig für einen würdigen Rauhnächte Abschluss und eine tiefe Anbindung an mein Leben, meinen Körper, unsere Erde und ihre Wesen.