Vollmond-Ritual: Raus aus dem Ahnengefängnis

Es ist der 8. April 2020.
Um 4:35 Uhr in den frühen Morgenstunden steht der Waage-Mond in Opposition zur Widder-Sonne. Noch dazu handelt es sich um einen ganz nahen „Super-Mond“.
Luisa Hartmann schreibt in ihrem Blogartikel dazu, dass es bei der Waage-Widder-Achse ganz stark um die Themen Beziehung, Selbstliebe, Begegnung, Ich & Du geht.
Ich lese darin: „Für mich sind folgende Fragen für an uns alle relevant:
Was und wieviel kannst Du geben und schenken, wenn Du nicht gut für Dich selbst sorgst bzw. nicht in klarer Verbindung mit Deinen Wünschen bist?
Und: Wie frei sind wir wirklich von alten, limitierenden Vorstellungen, Glaubenssätzen und Ängsten?“
Und als ich ein wenig weiterlese, bleibe ich an diesem Satz und den anschließenden Impulsfragen hängen: „…könnte uns im besten Sinne noch einmal darauf aufmerksam machen, wo wir uns selbst noch lähmen und aus Liebe und Loyalität (zu unseren Ahnen) in einem selbstgewählten Gefängnis aufhalten. Wo möchtest Du alte Ketten sprengen, alten Beziehungsstrukturen vergeben oder freie Liebe ohne Bedingungen wählen? Was zeigt sich Dir?...“
Ich gehe nach draußen, schließe meine Augen, spüre tief in mich hinein.
Dann bitte ich meine Ahnen, sich zu zeigen und den Satz auszusprechen, der mich beeinflusst. Es folgen 8 Sätze und einige davon treffen mich bis ins Mark. Einige waren wie eine dumpfe Erinnerung, doch ein Satz war mir bisher unbewusst. Ich schwanke zwischen Erschütterung und Erleichterung, dass es sich gezeigt hat. Alle Sätze schreibe ich auf - daneben die Namen meiner Ahnen.
Dann rufe ich die Spirits herbei und bitte um ein Ritual, das hierbei helfen und befreien wird. Sie gestalten es gemeinsam mit den Ahnen… (Siehe unten)

 

 

 

Ritual für die Befreiung aus dem Ahnengefängnis


Ein achtsames Journaling schafft immer einen klaren Geist und bildet einen fruchtbaren Boden, auf dem dein Ritual sich in voller Kraft entfalten kann - einfach, weil deine Intention klar und damit auch stark sein wird. Gerne nutze diese Impulsfragen dazu und erweitere es um dein freies assoziatives Schreiben:

Welche Glaubenssätze wirken in dir zum Thema Beziehung, Liebe, Selbstliebe?
Wie empfindest du die Beziehung zwischen Frauen und Männern? Für dich selbst und auch gesellschaftlich?
Welche Sätze in diesem Themenkomplex erinnerst du…was haben deine Ahnen gesagt?
Was davon beeinflusst dich sehr (vielleicht sogar ohne dein bisheriges Wissen)?
Was möchtest du loslassen?
Bist du bereit, das Gefängnis in ein unterstützendes Nest zu verwandeln?



Vorbereitung und Ritual „Zutaten“ sammeln


    •    Bitte deine Ahnen und hilfreichen Spirits, dich zu leiten und zu begleiten. Lade sie ein, Teil deines heutigen Rituals zu sein.

    •    Begib dich auf einen „Medizin-Spaziergang“ und lass dich von den Gegenständen finden, die sich bereiterklären, Stellvertreter für Gefängnisstäbe, dich selbst, einen Auflösungsprozess, Halt und nährende Kraft, dein Erblühen und all das zu stehen, was du selbst unterwegs als wichtig empfindest.

    •    Gern sorge nun für die Atmosphäre, die es für dich persönlich braucht: Kerze/n, Räucherwerk, ein bewusst ausgewählter Ort, der dir hierfür passend erscheint …

    •    Schaffe dir einen ungestörten heiligen Raum: Handy (wenn du zuhause bist: Telefon und Klingel) aus. Nun geht es nur um dich und das, was aus der achtsamen Stille heraus geboren werden mag.

Dein transformierendes Ritual „Raus aus Gefängnis“

    •    Lass aus deinen gesammelten Werken in inniger Verbindung mit dir selbst und deiner inneren Stimme ein Ritual entstehen …

    •    Lege an deinem besonderen Ort zuerst „dich selbst“ ab. Darum herum wird sich alles kreieren. / Es folgen die „Gefängnisstäbe“, die dich einengen und deinen Weg verhindern, dein Wachstum hemmen, dein Leuchten dimmen. / Es folgt für jeden Gefängnisstab einzeln oder alle zusammen dein „Auflösungsprozess“ (in meinem Beispiel die Krähenfedern) und gern verbunden mit einem Gebet bzw. Wunsch. / Wenn du spürst, es ist soweit, sammle diese Stäbe ein und mache einen Haufen daraus (sie eignen sich auch gut für ein transformierendes Mini-Osterfeuer!). / Dann lege deine Symbole für Halt, Stärke, nährende Kraft als dein „Nest“ oder deinen „Rahmen“ um dich herum. / Zuletzt folgen all deine Symbole für dein volles Erblühen. / Lasse dies liebevoll die heutige Sonne und die Vollmondnacht genießen und schaue morgen wieder danach. Vielleicht hat dein Naturbild dann noch eine Botschaft für dich bereit… Du wirst erkennen, wie die Natur damit interagiert hat. Gerne bringe eine Dankesgabe mit und starte beseelt in deinen Tag.

    •    In dir selbst ist alle Weisheit. Lass dich von dir führen in diesem besonderen Ritual.



Covid-19/Corona Varianten für Zuhause

 


Corona verlangt möglicherweise für einige einen Plan B einer „Inhouse-Zeremonie“. Gern lass dich hier inspirieren und übersetze es für dich in dein Zuhause — in unseren Schubladen haben wir meistens doch allerlei Nützliches und Passendes für einen solchen Zweck. Vielleicht ist es also an der Zeit für eine „Inhouse-Medizinwanderung“, die du ähnlich wie oben beschrieben machst, jedoch in deinem Zuhause.

ODER: Wähle die kreative Zeichen-Variante.

    •    mache eine Skizze von dir selbst - male dein Gefängnis (ob mit oder ohne Schlagworte, die es für dich nochmal deutlicher zum Ausdruck bringen) - lass dich in einen kreativen Mal-Flow hineinfallen und lass hervorsprudeln, was immer sich auch zeigen mag …

    •    Sprich deinen Wunsch/ein Gebet/einen Segen aus und bitte um das, was dir nun wichtig ist zu transformieren und ebenfalls um das, was du dir stattdessen wünschst.

    •    Spüre eine Zeit lang nach.

    •    Male ein zweites Bild, in dessen Mitte du selbst bist - um dich herum die verwandelten Ahnensätze. Bitte noch einmal einen nach dem anderen, sich dir zu zeigen und sich in ein Symbol zu verwandeln - aus diesen Symbolen kreiere in deinem Bild einen nährenden heilsamen Kreis um dich herum. Falls es für dich stimmig ist, lass es ein Nest sein, in dem du geborgen bist, oder einen Rahmen, der deinem Weg Halt und Urvertrauen schenkt … oder was immer für dich richtig und wichtig ist.

    •    Lege das zweite Bild über das erste. Gebe deinen beiden Kraftbildern die Zeit eines vollen Tages und einer Nacht mit nahezu vollem Mond. (Gern lege es dazu raus, um Sonne und Mond auch in ihrer Strahlkraft mit einzubeziehen.)

    •    Am nächsten Tag bedanke dich in deinen Worten und auf deine ureigene Weise bei allen hilfreichen Spirits und deinen Ahnen.

    •    Verbrenne feierlich das Bild, das du transformiert hast. Bewahre dir das andere auf, als Zeichen und Sinnbild deiner Unterstützung, die immer da ist und für deine Befreiung, an der du selbst aktiv und bewusst mitgewirkt hast.

    •    Danke dir selbst für das, was du für dich getan hast.



Ein bisschen Hintergrundwissen


Der Mond steht seit jeher mit Wachstum in Verbindung und alle oberhalb der Erde wachsenden Pflanzen, die kurz vor Vollmond gepflanzt werden, wachsen mit einer ganz eigenen Stärke - genau das schenken wir uns in diesem naturspirituellen Ritual zu Vollmond natürlich auch. Das Licht der derzeitigen Frühlingssonne nährt und wärmt uns golden, das silbrige Licht des Vollmondes schickt seinen ganz eigenen Segen der Nacht auf die Pflanzen, die in der Erde schlummern und für unsere Prozesse, unser Wachstum.



Ritual-Entstehung für dich als Inspiration


Spirits und Ahnen geben mir diese Schritte an die Hand und ich beginne direkt mit meiner Sammlung dessen, was mich anlacht und mitwirken möchte. So kommen eine schottische weiße Muschel für mich selbst, Krähenfedern für die Transformation, absterbende Zweige unseres Pflaumenbaumes, der kürzlich gefallen ist für die Gefängnisstäbe, 3 Taubenfedern für den Frieden zwischen Frauen und Männern, Blüten der „Alten im Walde“, blühende und knospende Zweige des Pflaumenbaumes und vor allem: die Mulde im alten Pflaumenbaum als Ritualort zusammen.
Im Licht des frühen Morgens singe ich dem Baum ein Lied und lege mich (die Muschel) in seine Mulde hinein.
Ich nehme meinen Zettel mit den 8 Glaubenssätzen in die Hand und lese den ersten vor. Dann wähle ich den passenden absterbenden Zweig des Pflaumenbaumes, puste alle Energie hinein, die durch das Lesen aufkommt und lege ihn schließlich bei mir ab. So gehe ich alle weiteren Sätze durch, bis die Muschel kaum mehr zu sehen ist. Ich befinde mich in diesem Gefängnis der Ahnenlast und mir fehlt die Weite, die freie Sicht … die Freiheit selbst.
So nehme ich die 8 Krähenfedern, bitte den Krähengeist, mir zu helfen - bitte die Aasfresser, alles fortzunehmen, zu essen und zu verdauen, was nun sterben darf und mich nicht länger gefangen hält. Hoch über mir fliegen 3 Krähen Richtung Westen. Nach und nach lege ich über die Gefängnisstäbe die Krähenfedern.
Dann bitte ich darum, dass die Beziehung zu mir selbst heilen möge und noch mehr in die Freiheit erwacht – ich bitte auch darum, dass die Beziehung zwischen mir und meinem Mann weiterhin friedlich und innig sein möge – ebenso wie ich um Frieden in der gesellschaftlichen Beziehung von Frauen und Männern bitte. Ich halte dafür die 3 Taubenfedern hoch und spreche meine Gebete aus. Sofort flattern im Baum südöstlich von mir lauthals 2 Tauben auf und fliegen rufend über mich hinweg, um im Baum neben der Jurte zu landen. Ich muss lachen, spreche kurz mit den beiden und füge hinzu, dass ich mir für unsere Welt ganz viel Weitsicht wünsche, damit etwas Neues entstehen kann. Der Pflaumenbaum signalisiert, dass er mit seinen Früchten für das Weibliche steht und gefallen ist, damit ich verstehe, dass es an der Zeit ist, dass das Weibliche sich ganz neu erhebt. Der „Weg der Völva“ kommt mir sofort in den Sinn und es drückt ein wenig die Stimmung … Corona hat uns dazwischengefunkt und doch wird es stattfinden – irgendwie und irgendwann. Vielleicht sind vorher all solche Rituale wichtig und notwendig?!

In diesem Moment fliegt ein Falke rufend aus dem Norden herbei und landet auf der Wiese hinter der Jurte. Was jetzt beim Lesen vielleicht kitschig und "too much" klingen mag, war wirklich genau so. Erlebt man es draußen in der Natur, ist es einfach so berührend! Die Natur reagiert sofort und interagiert mit unserem Wirken in ganz direkter Weise.
Auch hier spreche ich noch ein paar Gebete.
Dann nehme ich rituell nach und nach die Stäbe und transformierenden Federn ab.
Weiche biegsame blühende Zweige bilden ein „offenes Rund“, aus dem ich mich in aller Geborgenheit entwickeln darf und wieder weit und frei bin. Für die 8 Ahnen lege ich die „Alte im Walde“ ganz nah zu mir (zur Muschel) und bitte sie, mich so sehr zu unterstützen auf diesem Lebensweg, wie das geräucherte Immergrün mich auf meinen Andersweltwegen unterstützt. Die Blüten leuchten im Morgenlicht und es fühlt sich an, als stärkt es mir bereits den Rücken. Ich lege die 3 Taubenfedern wieder dazu, denn diese Bitte bleibt und darf weiterhin wirken und weben für die Beziehungen zwischen den Menschen.

Die Gefängnisstäbe und Krähenfedern liegen als kleine Haufen in der Bruchstelle des Baumes. Alles wird dort nun am heutigen Tage im Verlauf der Frühlingssonne ruhen und die Nacht mit einem nahezu vollen Mond aufsaugen. Morgen Früh schaue ich nach, welche Botschaften sich daraus für mich ergeben werden. Und zu Ostern spätestens, wird aus den kleinen Häufchen ein Mini-Osterfeuer werden. So hat alles von heute an bis Sonntag Zeit zu gedeihen, zu transformieren, wieder aufzuerstehen.

Danke für das Lesen meiner Zeilen. Ich hoffe, ich konnte dich inspirieren und wünsche dir ein kraftvolles rituelles Befreien, Zelebrieren und strahlendes Wiederauferstehen in dieser so besonderen Osterzeit!
Bleib gesund und fröhlich!

***


Rituale wie dieses und auch einige kurze knackige in wunderschöner Aufmachung findest du auch im Buch „Kraftort Natur“, das ich gemeinsam mit meinem Mann Dirk Grosser geschrieben habe.
Mehr Infos zu meinen Veröffentlichungen findet du hier.
Mehr Infos zu Luisa Carla Hartmann findest du hier.

 

... hier siehst du sozusagen die "Foto-Love-Story" zum Ritual, um die einzelnen Schritte ein wenig besser nachvollziehen zu können, als "nur" mit dem geschriebenen Wort.

Mit Liebe für dich fotografiert und beschrieben!

 

(c) Jennie Appel

 

 

DANKE für all die emails und Nachrichten, die mich zu diesem Ritual erreicht haben! Ich freue mich von ganzem Herzen, dass ihr es ausprobiert habt und für so viele so Tiefes geschehen durfte! 

Stellvertretend für all die anderen emails, teile ich hier diese Zeile mit euch:

 

"...Nochmals großen Dank für dein Ahnenritual gestern. Es hat mich in einem Moment erreicht, in dem ich tief um Hilfe gebeten habe. Passte somit absolut und hat mich in einem wichtigen Prozess von Verstehen, Ablösung und zurück in mein Vertrauen als Frau in dieser Zeit begleitet. Mit In dieser Zeit meine ich, einerseits in dieser moderne und gleichzeitig mit der Verbindung zu altem noch verschütteten Wissen, was sich wohl langsam einen Weg bahnt, allerdings auch inkl der damit verbundenen Schatten.
DANKE dir so sehr dafür, dass öffentlich so klar und direkt raus zu geben. Dadurch hatte ich seit Tagen der emotional oft anstrengenden wenn auch wichtigen Innenschau mal wieder einen kraftvollen Tag mit dem Gefühl, etwas aktiv tun und lösen zu können.
Es bleibt sehr spannend und schön bewegend...
Dann bis hoffentlich bald! 
Habt sonnige Ostern und liebe Grüße, 
Annika"
Genau für solche Momente schreibe ich all das FÜR EUCH auf! 
D A N K E